Semantische Web-Marktforschung
Die verlorengehende Demokratieoder Wie bewerten im Web vertretene Wähler die politischen Standpunkte der ihnen nahestehenden Parteien?Längst geht es in der Politik nicht mehr um solch grosse und die Parteien unterscheidende Fragen, wie es noch in den 50er und 60er Jahren oftmals der Fall war. Heute haben die Wähler zwischen zahlreichen Standpunkten und Haltungen diejenigen Parteien zu finden, die ihren Standpunkten insgesamt am meisten entsprechen. Der Durchschaubarkeit der Parteienlandschaft wirkt entgegen, dass die Parteien, selbst aus Sicht ihrer eigenen Wähler, oft nur unbefriedigend dafür einstehen, wofür sie nach Verständnis ihrer Wähler in ihren Programmen und Aussagen stehen. Missverständnisse zwischen Gewählten und Wählern als Folge von kaum verständlichen Formulierungen in den Parteiprogrammen können als eine der möglichen Quellen der Unzufriedenheiten von Wählern mit ihren Parteien angenommen werden. Somit macht es Sinn, die Parteien nach denjenigen Themen zu charakterisieren, welche sie tatsächlich aus der Sicht ihrer Anhänger am zufriedenstellendsten vertreten.
Themenrelevanz Die beiden Bundestags-Parteien, die sich in der Relevanz der Themenzufriedenheit aus Sicht ihrer Anhänger untereinander am meisten ähneln, und damit am stärksten konkurrenzieren, sind, noch vor CDU und SPD, die Linke und die FDP - mit meist gegensätzlich positionierten Lösungsansätzen. Als die beiden Parteien, die sich am wenigsten gleichen, und die sich in diesem Sinne am breitesten ergänzen könnten, zeigen sich die CDU und die Grünen. Die folgende Grafik zeigt die Themen gewichtet nach statistischer Bedeutungsstärke (Signifikanz), sowie absteigend sortiert nach der Gesamt-Zufriedenheit über alle untersuchten Parteien. Balken rechts von der Null-Marke drücken die statitische Relevanz der Zufriedenheit; und diejenigen links davon die der Unzufriedenheit aus:
Eine aus Sicht der WebCommunity optimale Partei würde also in der Frage der Managergehälter, des Mindestlohns, der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit die Position der Grünen, bei der Frauenquote und Bahnprivatsierung die Position der SPD, und bei den Studiengebühren und Atomkraftwerken die Position der Linken, wie jeweils von ihren Anhängern verstanden, vertreten. Die jeweils höchsten Zufriedenheits-Bewertungen zu ihren Haltungen erhielten die jeweiligen Parteien in diesen Punkten - und wenn keine der Parteien einen Zufriedenheits-Wert über Null erhielt, wird dies durch ein '-' ausgedrückt :
Empfehlungen an die Parteien, aus Sicht der ihnen jeweils nahestehenden WebCommunities: Die folgenden Grafiken zeigen die Zufriedenheit (Werte über Null) oder Unzufriedenheit (Werte kleiner als Null) mit den jeweiligen Parteien für ihr Einstehen zu den genannten Themen. Ein Wert von '+1' drückt eine 100%-ige Zufriedenheit, und ein Wert von '-1' eine 100%-ige Unzufriedenheit aus. Bitte beachten Sie, dass hinter den mit Stichworten bezeichneten Standpunkten jeweils unterschiedliche Haltungen der jeweiligen Parteien stehen.
Die Daten entstammen einer, von artebis am 15.09.2009 im Eigenauftrag durchgeführten, semantischen Web-Marktforschungs-Analyse über jeweils, pro Partei, zwischen 390- und 690-Tausend ausgewerteten Web News, Foren, Blogs und WebSeiten -Einträgen.
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